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Vereinschronik

Der Anfang

In den Nachkriegsjahren, als Fliegen noch nicht möglich war, trafen sich interessierte Jugendliche und alte Hasen, um Modellflugzeuge zu bauen.

Mitglieder dieser Gruppe und weitere Interessenten kamen am 31. Mai 1958 zusammen und gründeten den Flugsportclub Odenwald e. V. mit Sitz in Walldürn. Zu ihrem Vorstand wählte der neue Verein Herrn Richard Rohlf, der nun 21 Jahre den Vorsitz haben sollte. Gründungsmitglieder, die von damals bis heute ununterbrochen dem Verein angehören, sind: Gerhard Stumpf, Kurt Lange, Manfred Stang, Franz Sperlich

Es war ein gewagtes Unternehmen, denn ohne Flugzeuge, ohne Fluglehrer, ohne Flugplatz und ohne Flugleiter fehlte dem neuen Verein alles, was er brauchte, um seinen Sport ausüben zu können.

In Hainstadt entdeckte man eine SG 38, einen Schulgleiter aus der Zeit vor dem Krieg. Doch niemand war in der Lage, die Vereinsmitglieder auf dem Gleiter zu schulen. In dieser Notlage zeigte sich die Verbundenheit und Kameradschaft aller Sportflieger. Die Fliegergruppe Wertheim nahm ihre Kollegen aus Walldürn mit offenen Armen auf. "Teddy" Regler, ihr Fluglehrer, brachte den Neulingen die ersten Rutscher und Sprünge bei.

Auf der Suche nach einem geeigneten Gelände in Walldürn kam dem Verein die Bundeswehr sehr entgegen, indem sie uns erlaubte, den Standortübungsplatz am Wochenende als Flugplatz zu benutzen. Als Fluglehrer stellte sich freundlicherweise Franz Faber aus Mosbach zur Verfügung.

Neue Mitglieder aus dem ganzen Kreisgebiet fanden zum Flugsportclub. Diese Verstärkung machte auch mehr fachkundiges Personal nötig. Windenfahrer und Flugleiter wurden ausgebildet und 1961 hatten wir mit Ludwig Dambach auch unseren ersten eigenen Fluglehrer. Ihm folgten kurz darauf E. Döring und Otto Stumpf.

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Vorbildliche Aufbauarbeit des Flugsportclubs Odenwald
  Die erste Generalversammlung

    Zeitungsartikel der "Fränkischen Nachrichten" vom Mai 1960

Beachtliche Leistung: 2143 Starts, 50 bestandene Prüfungen / Beschaffung von wertvollem Fluggerät

Walldürn. Die erste Generalversammlung des Flugsportclub Odenwald im "Fuchsbau" gab einen eindrucksvollen Beweis der Aufbau- und Breitenarbeit der Flugsportfreunde des Kreises Buchen. Der Haupterfolg des Flugsportclubs seit seiner Gründung vor 2 Jahren liegt wohl darin, dass die Vorstandschaft bewusst jede Eigenbrötelei ablehnte und sich nicht etwa auf die Städte Buchen und Walldürn beschränkte, als es galt die Freunde des Segelflugsports und Modellflugbaus zusammenzufassen. Außerdem konnte der Flugsportclub Odenwald bei seiner Aufbauarbeit auf gute technische Fachkräfte sowie alte Flugsportfreunde zurückgreifen und sich der Unterstützung der Gruppe Wertheim und ihres Fluglehrers erfreuen.

Vorteilhaft war es auch, in dem ersten Vorsitzenden, Fabrikant Rohlf, einen idealistischen und dankeswerten finanz- und tatkräftigen Förderer und zugleich im zweiten Vorsitzenden, Regierungsrat Amann, einen wertvollen Berater und begeisternden Freund des Flugsports gefunden zu haben. Mit L. Dambach als Geschäftsführer, O. Stumpf als Schriftführer und dem Kassier Nedwidek ergänzte sich die Vorstandschaft gut, so dass der Erfolg durch ihren beispielhaften Einsatz für den Segelflugsport nicht ausbleiben konnte. Er präsentierte sich in der vorbildlichen Fluggerätebeschaffung und in dem Leistungsbeweis der zahlreichen Mitglieder.

Der erste Vorsitzende des Flugsportclubs Odenwald, R. Rohlf, gab bei der Generalversammlung zunächst einen Überblick über die Ziele des Vereins. Entsprechend dieser Zielsetzung ist es dem Flugsportclub gelungen, alle Flugsportbegeisterten des Kreises Buchen zusammenzufassen, um ihnen beim Segelflugsport einen Ausgleich und eine Entspannung nach der Tagesarbeit zu bieten und die Freizeit so mit einem schönen Hobby auszufüllen.

"Der Flugsport verlangt beherzte Menschen, die sich der Disziplin der Gemeinschaft und den Gesetzen der Kameradschaft unterstellen und Sinn für Idealismus haben", sagte der Vorsitzende. Wenn dieser Sport auch erhöhtes Verantwortungsbewusstsein und bestimmte Pflichten voraussetze, so gebe er auch mehr als mehr als andere Sportarten. Beim Segelflieger erfülle sich die alte Sehnsucht des Menschen, sich vogelgleich in die Luft zu heben und losgelöst von der Erdenschwere "über den Dingen" zu schweben, auch über den Dingen des Alltags.

R. Rohlf erinnerte an den Beginn des Flugsportclubs, als Skepsis und Lächeln die ersten Bemühungen begleitete. Viele Stunden Arbeit und Mühe seien nötig gewesen, um das Fluggerät zu beschaffen und zu pflegen, damit ein geordneter Flugbetrieb durchgeführt werden konnte. Er dankte allen, die stets unverdrossen immer zur Stelle waren und wünschte dass auch künftig alle nicht nur beim Fliegen, sondern auch bei den Arbeits- und Unterrichtsstunden da sind. Der Vorsitzende ging ferner auf die Kosten des Flugsports ein und vertrat die Ansicht, dass der Segelflieger echte Opfer bringen müsse (Einschränkung bei Bier, Zigaretten, Kino usw.), die aber im Hinblick auf das Flugerlebnis nicht allzu schwer fallen dürfte. Durch die zahlreichen Anschaffungen betrage der Schuldenstand etwa 20000 DM, der in diesem Jahr jedoch auf die Hälfte herabgedrückt werden soll. Es wird dabei auf weitere Gönner gerechnet, die erkennen, dass die Aufbauleistung des Flugsports der Gesunderhaltung junger Menschen an Leib uns Seele dient. Die künftigen Segelflieger, die jungen Modellbauer, sollen künftig stärker betreut werden und das Interesse dafür noch auf breiterer Basis geweckt werden. Die Leistungs- und Ausbildungsabschlüsse sind neben den Fluggeräten ein sichtbarer Beweis der intensiven Arbeit des Flugsportclubs Odenwald. Sie waren nur möglich durch die verständnisvolle und kameradschaftliche Unterstützung von Fluglehrer Regler von der Gruppe Wertheim und Fluglehrer Faber aus Mosbach. Ihnen sprach Rohlf daher den Dank aller aus. Es folgte sodann der ausführliche Geschäftsbericht des zweiten Vorsitzenden Amann – der die genannten Leistungen im einzelnen noch belegte – sowie der Klassenbericht. Die folgende Wahl bestätigte die bisherige Vorstandschaft. Unter den Beisitzern wurde auch ein Vertreter der Jugend aufgenommen. F. G.

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Ein neues Fluggelände wird geschaffen

Mit Dankbarkeit erinnern wir uns der Großzügigkeit der Bundeswehr. Dennoch sollte der Flugsportclub möglichst ein eigenes Gelände haben. Die Senke an der Waldstettener Straße schien dazu besonders geeignet. Ludwig Dambach und Walter Bonn führten mit den Eigentümern der betreffenden Grundstücke die Verhandlungen. Geländeankauf und langfristige Pachtverträge wurden durch freundliches Entgegenkommen und viel Verständnis der Grundstückseigentümer ermöglicht.

Als die Grundstücksfrage geklärt war, krempelte jedes Mitglied die Ärmel hoch und legte mit Hand an beim Bau der Halle und der Herrichtung des Geländes für die Startbahn. Wesentliche Hilfe bekam der Flugsportclub bei seiner Bauarbeit von der Bundeswehr mit ihrem schweren Gerät, von der Baufirma Bonn und der Firma Rohlf Elektromechanik GmbH. Außerdem erhielten wir Unterstützung seitens der Stadt Walldürn, vieler Handwerks- und Industriebetriebe, vom Luftfahrtverband und vom Land Baden-Württemberg. Erst beides gemeinsam, die Hilfe von außen und der idealistische Einsatz der eigenen Helfer machten ein solches Werk überhaupt erst möglich.

Schon im Sommer 1963 konnte das neue Fluggelände in Betrieb genommen werden. 1966 erhielt der Flugplatz die Zulassung für Motorflug und Motorschlepp. Damit waren Schulung und Ausbildung auf allen Gebieten der Sportfliegerei möglich. Zu dieser Zeit konnten wir auch unsere Fliegerfreunde aus Wertheim bei uns willkommen heißen, da ihr Flugplatz Reinhardtshof in Wertheim wieder für die amerikanische Militärfliegerei benötigt wurde. Mit ihrer Aufnahme konnte sich der Walldürner Flugsportclub für die früher erhaltene Hilfe erkenntlich zeigen.

1974 ging diese Gruppe dann vollständig im Flugsportclub Odenwald auf, wobei die sich in deren Besitz befindliche PA 18 in den Verein mitgebracht wurde. Diese Maschine schaffte Ersatz für das erste Motorflugzeug des Vereins, ein 1963 angeschafftes Flugzeug gleichen Typs.

Bereits 1967 wurde der Bau einer zweiten Flugzeughalle  nötig. Gleichzeitig erstellten sie einen Flugleiterturm und ein Signalfeld. Noch immer waren die Fliegerkameraden auf ein Stromaggregat der Firma Bau- Bonn angewiesen, und ihr Wasser mussten sie sich vom nahegelegenen Aussiedlerhof Nohe mit einem großen Fass holen. Daher bedeutete es 1969 einen großen Fortschritt, als der Anschluss ans Wasser-, Elektrizitäts-, und Telefonnetz gelang.

1970 wurde ein Öllager und eine Tankstelle errichtet, die im Laufe der Jahre auf ein Fassungsvermögen von über 20 000 Litern Treibstoff erweitert wurde. Mit Unterstützung mehrerer Firmen und der Hilfe von Privatleuten sowie Vereinsmitgliedern konnte in den letzten Jahren ein Vorratsraum geschaffen werden, Dusche und Zentralheizung eingebaut und eine Werkstatt eingerichtet werden.

Von den bereits erwähnten Flugzeugen der Anfangsjahre ist heute noch die Ka 7 (Segelflug Schulungsdoppelsitzer) vorhanden. Als Startgerät, insbesondere zu Schulungszwecken, dient eine von Vereinsmitgliedern selbst gebaute Doppeltrommelstartwinde.

Sukzessive wurden weitere Hallen gebaut, 2002 wurde ein neuer Campingplatz angelegt. Im Jahr 2005 wurde eine Flugzeug-Dieseltankstelle eingerichtet, 2007 bekam der Flugplatz eine Nachtflugbefeuerung.

Im Laufe der Zeit wuchs der Verein weiter. So zählt der Verein heute über 250 Mitglieder, knapp 150 davon als aktive Pilotinnen und Piloten.

Auch der Flugzeugpark wurde kontinuierlich ausgebaut. So kann der Verein heute auf 5 Segelflugzeuge vom Typ Ka7, Ask 21, Ls 4b, Ls 8b und Duo Discus xt; einen Motorsegler vom Typ Falke; ein Ultraleichtflugzeug vom Typ Dynamic sowie 7 Motorflugzeuge vom Typ PA 18, C 150 L, C 150 M, DA 40 TDI, M 201, M 205 und DR 400 zurückgreifen.

© - Flugsportclub Odenwald e.V. Walldürn  • letztes update  13.10.2007 •  Impressum • Disclaimer • Sitemap

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