titel

Der Streckensegelflug

Das Streckensegelfliegen ist eine Sportart, die sich eigentlich in ganz natürlicher Weise aus einem Grundgedanken des Segelfliegens heraus entwickelt hat. Denn jeder, der sich den Traum des Fliegens erfüllen möchte, muss zwangsläufig dem sicheren Boden von Mutter Erde mittels eines Fluggerätes entschweben. Und genau diese Entscheidung des "Abhebens" zeigt das Bestreben in uns, Neues zu entdecken, seine eigenen Grenzen weiter zu stecken und diese neue Dimension verstehen zu lernen. War es am Anfang das Bestreben, sich überhaupt in der Luft zu halten, so entwickelte sich damit auch ein erster sportlicher Vergleich, eben etwas länger als andere oben zu bleiben, dokumentiert durch die Flugzeit. Ebenso verlief es beim Erfliegen von Höhen, zunächst dicht am Hang, dann in Leewellen (bis hinauf in die Stratosphäre) sowie später auch in thermischen Aufwinden. Gerade durch das Fliegen in und mit diesen thermischen Aufwinden war die dritte sportliche Disziplin geboren, das Streckensegelfliegen. Technische Entwicklungen, Erkennen physikalischer Gesetzmäßigkeiten und das Verständnis von meteorologischen Zusammenhängen sowie der damit verbundenen Herausbildung unterschiedlicher Flugstile sind als die treibenden Kräfte einer rasanten Entwicklung des Streckensegelfliegens zu sehen. Waren es zunächst viele Zielstreckenflüge in unsere Nachbarländer Frankreich und Österreich mit anschließenden tagelangen Rückholtouren, folgten bald die ersten Versuche, Dreiecke mit Holzsegelflugzeugen, später mit Kunststoffseglern zu bewältigen. Mit der Weiterentwicklung von Glasfaser und auch Kohlefaser - Segelflugzeugen setzte schließlich ein gewaltiger Leistungssprung ein. Plötzlich war es möglich, schier unendlich weit gleiten also auch fliegen zu können. Da aber das Wetter dem "Unendlichweitfliegen" natürliche Grenzen setzt, entstand zum einen das Streckensegelfliegen mit Geschwindigkeitswertung (Wettbewerbsfliegen - auch in kleinen Wetterfenstern) und zum anderen das reine Streckenfliegen ohne Zeitwertung (DMSt- Fliegen).

All dies spiegelt sich auch in der über 45-jährigen Vereinsgeschichte des FSC Odenwald wieder. Somit konnte der Verein unter seinen Mitgliedern schon große Erfolge feiern. Denn damals wie heute stellt der Flugsportclub eine wichtige Größe im Deutschen Segelflug dar. Somit waren zahlreiche Vertreter des Vereines bei regionalen und überregionalen sowie nationalen und auch internationalen Wettbewerben bereits sehr erfolgreich. Durch diese sehr beachtlichen Leistungen einzelner Mitglieder fühlen sich auch andere aus dem Verein ebenfalls motiviert, immer wieder Ihrer eigenen Bestleistungen zu steigern. Durch diese intensiven Erfahrungen, wie weit man bei antriebslosen Flug gehen kann, werden unsere Mitglieder immer wieder neu von der Faszination Segelfliegen gepackt. Und dies sieht man nicht zuletzt an den hervorragenden Ergebnissen, die dem Flugsportclub dadurch eben auch in den  Mannschafts- und Vereinswertungen beschert werden.

Dies alles wird durch ein gutes Vereinsleben natürlich positiv geprägt, angefangen damit, den Flugschüler eine umfassende Ausbildung mit auf den Weg zu geben. Aber auch nach der Ausbildung stärkt der Streckenflug das Zusammengehörigkeitsgefühl beim Segelfliegen. Dass Segelflug eine Teamsportart ist, sieht man nicht zuletzt daran, dass um den Flugbetrieb überhaupt ermöglichen zu können eben mehr als eine Person gebraucht wird.
Außerdem kann der FSC Odenwald auf eine aktive Jugendgruppe blicken, mit dem beruhigenden Wissen, dass auch in Zukunft der Segelflug in Walldürn stark bleiben wird.

Wenn Sie nun den Wunsch verspüren die Erfahrung des Fliegens, die Kräfte der Natur und ein außergewöhnliches Hobby selbst einmal auszuprobieren, laden wir Sie gerne zu einem Besuch auf dem Walldürner Flugplatz ein. Bei gutem Wetter besteht immer die Möglichkeit, den Flugbetrieb live mitzuerleben. Sprechen Sie uns an, wir freuen uns Ihnen weitere Informationen über dieses "abgehobene" Hobby mitzugeben.

Startarten im Segelflug:

Windenstart - F-Schlepp - Eigenstart

Der Windenstart:

Bei dieser Startart wird ein Segelflugzeug von einer Seilwinde in die Luft gezogen. Dabei wird das Segelflugzeug am einen Bahnende aufgebaut und startklar gemacht. Am anderen Bahnende werden die Drahtseile von der Seilwinde mit einem Seilrückholwagen ausgezogen. Diese Windenseile werden dann über eine Schleppkupplung an der Unterseite des Segelflugzeugs befestigt. Nun kann es losgehen! Gibt nun der Windenfahrer auf Anweisung eines Einweisers Vollgas, erzeugt die Geschwindigkeit des Segelflugzeugs genügend Auftrieb um vom Boden abzuheben. Dieser Auftrieb wird dann durch Ziehen am Höhenleitwerk vergrößert. Dadurch erreicht das Segelflugzeug größere Höhen. Befindet sich das Segelflugzeug an der höchsten Stelle über der Winde, so klinkt die Kupplung automatisch aus und das Segelflugzeug muss nun Aufwindgebiete suchen, um weiter aufsteigen zu können. Das Windenseil fällt danach wieder - von einem kleinen Fallschirm gebremst - zu Boden. Dabei wird das Seil auch wieder auf den Trommeln der Seilwinde aufgerollt und kann anschließend wieder ausgezogen werden. Für einen reibungsloseren Ablauf hat unsere Winde zwei paralell auslegbare Seile, die gleichzeitig ausgezogen werden können und hinterher wieder nacheinander "abgeflogen" werden können.

Beim Windenstart wird in unserem Verein vor allem für die Schulung verwendet, da der Windenstart sehr preisgünstig ist. Da man hier keine allzu großen Ausklinkhöhen erreicht kann man hier vor allem die schwierige Start- und Landephase trainieren, was bei der Grundschulung zunächst im Vordergrund steht. Mit einer Windenstrecke von ungefähr 850 Metern erhält man Ausklinkhöhen von 350 bis 500 Metern, wenn die Windverhältnisse günstig sind.

Der Flugzeugschlepp:

Für den Leistungssegelflug ist es vorteilhafter den Flugzeugschlepp oder kurz den F-Schlepp zu benutzen. Dabei zieht ein Motorflugzeug mit einer speziellen Schleppkupplung das Segelflugzeug an einem Seil in die Luft. Die Vorteile des Flugzeugschlepps liegen in einer variablen, dem Wetter angepassten Schlepphöhe: Beim F-Schlepp lässt man sich einfach so lange schleppen, bis man sicher Anschluss an die Thermik gefunden hat. An guten Tagen kann das in 300 Metern sein, an schlechteren Tagen kann man sich wenn man das will auch auf 1000 Meter oder mehr schleppen lassen. Allerdings ist der Flugzeugschlepp teurer als der Windenstart und deshalb wird dieser vor allem beim Leistungssegelflug genutzt.

Der Eigenstart:

Verschiedene Motorsegler haben ein sogenanntes Klapptriebwerk: Mit diesem Motor können diese Segler dann eigenständig starten und wenn sie eine ausreichende Höhe erreicht, oder Anschluss an die Thermik gefunden haben, können diese Motorsegler das Triebwerk einfach wieder in den Rumpf hinein einfahren und gleiten dann wie Segelflugzeuge durch die Lüfte. Ein weiterer Vorteil dieser Motorsegler ist, dass sie, falls die Thermik mal schwächer werden sollte und sie dadurch nicht mehr zum Heimatflugplatz zurückkehren können, einfach ihr Triebwerk wieder ausfahren und dann mit Motorunterstützung wieder nach Hause fliegen.

Weitere Informationen

Übersicht zur Segelflugausbildung in Walldürn

Segelflug

Segelflug

Segelflug

Segelflug

Segelflug

© - Flugsportclub Odenwald e.V. Walldürn  • letztes update  13.10.2007 •  Impressum • Disclaimer • Sitemap

website durchsuchen
FSCO NEWS feed