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Offene Baden – Württembergische Segelflug - Landesmeisterschaften der Junioren 2002 in Walldürn

Spitzensport, Geselligkeit und entspannte Atmosphäre in Walldürn

Die diesjährigen Landesmeisterschaften der Segelflugjunioren fanden vom 14. bis zum 23. August 2002 auf dem Verkehrslandeplatz Walldürn statt. 46 Teilnehmer (21 in der Clubklasse, 25 in der Standardklasse) fanden sich im Odenwald ein, um die Qualifikanten für die Deutschen Meisterschaften und die Plätze in der Landesmannschaft (D - Kader) zu ermitteln.

Mit lockeren und kurzen Reden wurde die Landesmeisterschaft am Dienstag Abend (13.08.) eröffnet. Bei der musikalischen Gestaltung des Abends traf das Organisationsteam ins Schwarze: Tamara, eine junge begabte Sängerin aus der Region, eroberte die Herzen der meist männlichen Zuhörer schon beim ersten Lied. Kurzentschlossen wurden vor dem Hangar Blumen gepflückt und ihr zu Füßen gelegt.

Schon während der Eröffnungsfeier bereitete der Meteorologe Ritschie (Richard Heinrich) die Teilnehmer auf einen anstrengenden Wettbewerb vor. Laut seiner Vorhersage sollten 9 Tage der 10 Wettbewerbstage fliegbar sein. Und genau das ist auch eingetroffen. Im Bericht werden nur drei Wertungstage erwähnt, damit allen Wettbewerbsteilnehmern anderer Meisterschaften nicht noch mehr das Wasser im Mund zusammenläuft.

Samstag 17.08.2002, 4.WT

Ermuntert durch den Meteorologen Ritschie hat sich der Sportleiter Herbert Zemmel zu einer sehr großen Strecke für die Standardklasse hinreißen lassen: 445,6 Kilometer. Einmal rund um Stuttgart. Auch die Clubklasse war mit 348,6 Kilometern stark gefordert. Ritschie hat mit seiner Vorhersage ins Schwarze getroffen.

Die letzten abgekämpften Piloten überflogen nach 7 Stunden um 19:45 Uhr die Ziellinie in Walldürn. Tagessieger in der Standardklasse wurde Patrick Gai. Michael Streit konnte in der Clubklasse den Tagessieg erringen. Eine tolle Leistung! In Musbach bei der Weltmeisterschaft der Clubklasse wurden am 17.08. nur 362 Kilometer ausgeschrieben.

Sonntag, 18.08.2002, 5.WT

Die Wettervorhersage für den 5.WT war schwierig. Die fehlende Inversion in der Höhe, der recht intensive Bodennebel und die stark dunstige Luft schränkte das nutzbare Wetterfenster zeitlich und räumlich stark ein. Start war um 13.10 Uhr. Die ersten Heimkehrer rauschten zur Freude der Zuschauer um 16.30 Uhr über die Ziellinie. Auf dem Standardklasse - Rundkurs mit 220 Kilometern erreichte Christian Mäx den schnellsten Schnitt des Wettbewerbs: 112,5 km/h. In der Clubklasse nutzte Christoph Nacke diesen Renntag zum Tagessieg mit einem Schnitt von 92,9 Km/h.

Dienstag 20.08.2002, 7. WT

Dieser Tag hat eine besondere Erwähnung in diesem Artikel verdient.

Weder bei der WM in Musbach noch bei der DM auf dem Klippeneck wurde an diesem Tag geflogen. Aber Walldürn im Odenwald! Ritschie definierte das Wetterfenster ziemlich genau, und eine kleine Strecke sollte machbar sein. Herbert Zemmel schickte die Standardklasse auf 192,9 und die Clubklasse auf 183 Kilometer. Während dem Start war das Wetter am Platz bombig. Gegen Nachmittag verdunkelte sich der Himmel rund um den Flugplatz zusehends. Die Rückhohler wurden ungeduldig und machten sich schon auf lange Fahrten gefasst. Dann waren, schneller als erwartet, die ersten Stimmen im Funk zu hören, und am Boden brach Hektik aus. Kaffe und Kuchen stehen lassen, Ziellinie aufbauen, Helfer aktivieren,.......

Kurz vor den Schauern erreichte das Hauptfeld Walldürn. Eine Massenlandung mit 23 Maschinen füllte in 3 Minuten das komplette Flugplatzareal. Die Helfer standen alle in den Startlöchern, um die Maschinen so schnell wie möglich in die Hänger zu verpacken. O-Ton eines Piloten: „Ich war noch nicht richtig ausgerollt, da lief schon das Höhenruder an mir vorbei und die Klebestreifen flogen in hohem Bogen. Bevor ich losgeschnallt war, waren die Flächen halb im Hänger!“ Wohl geringfügig übertrieben, aber der Rekord dürfte so um die 3 Minuten von Stillstand bis Hänger geschlossen betragen.

43,3% der Piloten ereichten einen Schnitt von über 100 km/h. Der Tagessieg in der Standardklasse ging an Achim Besser mit einem Schnitt von 107,9 km/h. In der Clubklasse gelang Thomas Melde mit einem Schnitt von 104,5 km/h der Tagessieg.

Siegerehrung

Eigens zur Übergabe der Pokale war hohe Prominenz angereist. Um nur einige zu nennen: Walter Eisele, Fred Gai, Helmut Kuczera (Ehrenvorsitzender des FSC Odenwald), Schirmherr Bürgermeister Josef, MdL Peter Hauk,..... Auf vielfachen Wunsch, und nach persönlichem Einsatz der Piloten, sorgte Tamara, wie bei der Eröffnung, für den musikalischen Part und begeisterte die Massen. Einige sehr treue Fans konnten sogar eine CD von Tamara mit persönlicher Widmung ergattern.

Die Sieger der Standardklasse: Christian Mäx (LSV Burg Feuerstein, BY, 7204 Punkte), Achim Besser (SFC Schwetzingen, BW, 6904 Punkte) und Patrick Gai (LSV Weinheim, BW, 6831 Punkte). Achim Besser ist Landesmeister der Junioren 2002 in der Standardklasse.

Die Sieger der Clubklasse: Michael Streit (LSV Burg Feuerstein, BY, 7461 Punkte), Jochen Kreidenweiss (FLG Gingen / Fils, BW, 7297 Punkte) und Stephan Mayer (LSV Schwarzwald, BW, 6825 Punkte). Jochen Kreidenweiss ist Landesmeister der Junioren 2002 in der Clubklasse.

Michael Streit (MS) konnte sich über einen ganz besonderen Preis freuen. Als Punkthöchster Teilnehmer der Landesmeisterschaft überreichte ihm Fred Gai den von Shinzo Takizawa gestifteten Preis, der, auf Grund des wetterbedingten Wettbewerbsausfalls, in Hockenheim nicht vergeben werden konnte: Eine Einladung zur kostenlosen Teilnahme am nächsten International Young Team Challenge im Soaring Center Narromine in Australien.

Der inoffizielle Teil der Siegerehrung, organisiert von den Piloten, begann mit einer kulinarischen Revanche. Herbert und Wolfgang hatten die Ehre, aus eigens beschrifteten Näpfchen, lecker lecker lecker Müsli um die Wette zu essen. Zur Erklärung: Die Tagessieger erhielten täglich als kleine Anerkennung und zur Stärkung eine Packung Müsli.

Mit einer Einladung zum Schlammcatchen, die von Herbert und Wolfgang auch sogleich angenommen wurde, machten die Teilnehmer auf den vom Graswuchs verschonten Campingplatz aufmerksam. Spätestens hier erkannten alle Beteiligten, dass es dem Sportleiter und dem Wettbewerbsleiter vor gar nichts graut.

Die Teilnehmer hatten sich noch viele andere nette Spiele überlegt und die Stimmung war bis zum Morgengrauen einfach genial.

Rund um den Wettbewerb:

Auch die Rückhohler hatten ihren Spaß an diesem Wettbewerb. Das kühle Nass im mobilen selbst gebauten Swimmingpool wurde freiwillig und unfreiwillig zur Abkühlung genutzt. Auch einige Piloten nutzten diesen Poolservice nach der Landung direkt am Flugzeug.

Oppingen sorgte im Partyzelt auf dem Campingplatz mit einer Gaggenau Kühl – Gefrierkombination für kühle Getränke und chrushed Eis zur Herstellung von „Vitamindrinks mit Limonen“.

Die Sängerin Tamara hatte derart Eindruck hinterlassen, dass sie eines Nachts von einigen Teilnehmern zuhause besucht wurde. Mit einem Ständchen und einem Blumenstrauß sollte sie zu einem weiteren Auftritt am Abschlussabend überredet werden. Was den Sängern auch gelang.

Die Auswirkungen des Elbe - Hochwassers waren auch in Walldürn zu spüren. Maris Fritschler vom AC Pirna stand während dem Wettbewerb ständig mit seinen Eltern in Kontakt. Grund: Auch sein Elternhaus in Dresden wurde von der Flutkatastrophe nicht verschont. Nachdem das Wasser in Dresden abgelaufen war, hat der den Wettbewerb vorzeitig beendet, um seinen Eltern beim Aufräumen zu helfen.

Fazit:

Ein Wettbewerb der Superlative. Von 10 möglichen Wertungstagen wurde an 9 geflogen, was den Odenwald als Wettbewerbsstandort empfiehlt. Die Teilnehmer legten eine Gesamtstrecke von 112.291 Kilometern in 1537 Stunden mit nur 21% Außenlandungen zurück. Das lag auch an der sehr guten Wetterberatung von Ritschie, für die wir uns an dieser Stelle nochmals bedanken möchten.

In nur 10 Tagen hatten wir 7200 Zugriffe auf die Wettbewerbshomepage. 10 Artikel in der Heimatpresse und 20 Artikel in der Presse von Teilnehmern waren eine unerwartet hohe Resonanz und zeugen von der Aktivität des Presseteams.

Das Team vom FSC Odenwald hat mit diesem gelungenen Wettbewerb bewiesen, dass es auch für weitere Meisterschaften auf dem Verkehrslandeplatz Walldürn gerüstet ist.

 

© - Flugsportclub Odenwald e.V. Walldürn  • letztes update  24.01.2006 •  Impressum • Disclaimer • Sitemap

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