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Blick auf Walldürn aus der Vogelperspektive

Pünktlich zu Beginn des Besuchs auf dem Flugplatz schloss der Himmel die Schleusen – 40 Teilnehmer


Im Cockpit fühlten sich die kleinen wie echte Flugkapitäne


Beim Flugsportclub Odenwald fühlten sich die Teilnehmer beim Walldürner Feriensommer wohl. Höhepunkt für die Kinder war ein Rundflug über Walldürn.

„Informationen vom Flugsportclub Odenwald Walldürn rund um den Flugsport und über den Flugplatz“ war das Motto der sechsten Veranstaltung in diesem Jahr zum zehnten Mal von der Stadt unter der organisatorischen Gesamtleitung von Touristikfachwirt Achim Dörr veranstalteten „Walldürner Ferientage“.

Leider meinte es der Wettergott am Mittwoch nicht ganz so gut mit den Ferienkindern, denn den ganzen Mittwochvormittag regnete es in Strömen, und so musste man bis kurz vor Veranstaltungsbeginn zittern, ob diese Ferientag- Aktion denn nun auch tatsächlich stattfinden würde. Gott sei Dank hatte „Petrus“ dann aber doch noch ein Einsehen mit der Jugend, denn nahezu pünktlich auf die Minute schloss er zum Auftakt dieses Feriennachmittags auf dem Flugplatz seine Regenschleusen und so kamen die über 40 erschienenen Kinder dann doch noch zu ihrem schon mit großer Freude und Spannung erwarteten ersten Rundflug über Walldürn, auch wenn der Himmel noch stark Wolkenverhangen und deshalb die Sicht doch stark eingeschränkt war.

Doch bevor es soweit war, und die Kinder mit insgesamt vier Motorflugzeugen und deren Piloten in die Luft abhoben, gab es zuvor im Verlauf eines Rundganges durch die Flughallen des Flugplatzes erst noch viel Interessantes und Informatives über den Flugsport zu erfahren und außerdem konnte man den zwischenzeitlich recht imposanten und stattlichen Flugzeugpark mit unzähligen Segelflugzeugen, Motorsegelflugzeugen und Motorflugzeugen des Flugsportclubs Odenwald sowie zahlreiche Gastflugzeuge bis hin zu einer 12-sitzigen Cessna 340, die erst kurz zuvor von einer Flugreise aus Tunesien und aus der Wüste Sahara zurückgekehrt war, bewundern und bestaunen.

Nachdem die über 40 Teilnehmer von Achim Dörr als Organisationsleiter der 10. „Walldürner Ferientage“ sowie vom Vorsitzenden des Flugsportclubs Odenwald Kuno Böhrer begrüßt worden waren, informierte Herbert Treszl alle Kinder zunächst einmal über die verschiedenen Sparten des Flugsports, die beim Flugsportclub betrieben werden, angefangen vom Segelflugzeug über den Motorsegler bis hin zum Motorflugzeug, über die Kennzeichnung eines jeden Flugzeugs mit Hilfe von Buchstaben und Zahlen, über die Herstellung, die Bauweise, die Baumaterialien, die Flugeigenschaften sowie über das Gewicht und die Anschaffungskosten (Kaufpreis) der einzelnen Flugzeugtypen, ferner über die Funktionsweise eines Fallschirms, den sich die Kinder auch alle selbst einmal anlegen konnten.

Im Verlauf des Rundgangs durch die einzelnen Flugzeughallen sowie durch die Werkstatthalle konnte man von den bei den Führern Kuno Böhrer und Herbert Treszl noch erfahren, dass das Gewicht eines Segelflugzeuge ca. 400 Kilogramm, das eines Motorseglers bis zu 850 Kilogramm sowie das eines Motorflugzeugs bis zu 1200 Kilogramm beträgt. Sehr ausführlich informiert wurden die Kinder von beiden Führern auch über das Cockpit der verschiedenen Flugzeugtypen, wobei sie viele Fachbegriffe wie Höhen- und Seitenruder, Fahrtmesser, Höhenmesser künstlicher Horizont, Wendezeiger, Variometer, Kurskreisel, Ladedruckmesser, Drehzahlmesser, Kraftstoffdurchflussmesser, Öldruck- und Temperaturmesser, Abgastemperaturmesser, Funk- und Navigationsgeräte, Autopilot und Kompass genannt bekamen.

Beide Führer wurden auch immer wieder mit zahlreichen zusätzlichen Fragen „gelöchert“. So wollten sie vor allem immer wieder auch wissen, wieviel Kraftstoff ein Motorflugzeug in der Stunde etwa verbraucht (40 Liter/Literpreis: 3 DM), wie hoch sich die Kosten beim Kauf eines Segelflugzeuges (zwischen 80 000 und 200 000 DM), eines Motorseglers (zwischen 60 000 und 200 000 DM) und eines zwei- bis viersitzigen Motorflugzeugs (zwischen 25 000 und 280 000 DM) belaufen, ab welchem Alter man fliegen darf (ab 14 Jahren) und wieviele Flugstunden bis zum ersten Alleinflug notwendig sind (60).

Sehr deutlich wurde von Kuno Böhrer und Herbert Treszl aufgezeigt, dass das Fliegen als Sport für den einzelnen aufgrund der hohen Anschaffungskosten für das Flugzeug ein kostenaufwendiger Sport ist, und deshalb für viele nur durch die Mitgliedschaft in einem Flugsportclub mit einem entsprechenden Flugzeugpark realisiert werden kann.

Im Flugsportclub Odenwald werde seit vielen Jahren eine intensive Jugendarbeit betrieben. 15 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren sind aktive Jugendflieger, die von einem hoch qualifizierten Jugendleiterteam optimal geschult und betreut werden und jährlich hierbei auch verschiedene Flieger-Schulungs-Camps durchführen.

Nach diesen detaillierten Informationen über die Fliegerei folgte als Krönung und „Highlight“ des Nachmittags bei inzwischen trockenem Wetter der zuvor versprochene Rundflug über Walldürn. Trotz des trüben Himmels und der zum Teil immer wieder sehr tief hängenden Wolken verstanden es die vier Piloten Monika Damm, Manfred Leiblein, Herbert Treszl und Walter Trunk, den Kindern ein unvergessliches Ferienerlebnis aus der „Vogelperspektive“ zu vermitteln, zumal viele zum ersten Mal überhaupt in ihrem Leben in einem Flugzeug saßen.

Nach den Rundflügen wartete auf alle Teilnehmer zum Abschluss der Veranstaltung dann noch ein vom Pächter des „Fliegerstübchens“ und von den Clubmitgliedern des Flugsportclubs zubereiteter Flieger-Imbiss.

© Rhein-Neckar-Zeitung   –   04.08.2000

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