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„Tante JU“ zum Flugplatzfest

Besonderes Ereignis beim Flugsportclub Odenwald — Mitflüge in legendärer Maschine möglich


Legende der Luftfahrtgeschichte: die JU 52. Eines von weltweit fünf flugfähigen Exemplaren kommt zum nächsten Flugplatzfest des Flugsportclubs Odenwald nach Walldürn.

Der Flugsportclub Odenwald Walldürn hat sich zu seinem nächsten Flugplatzfest, das am 30. Juni und 1. Juli stattfindet, eine ganz besondere Attraktiv on einfallen lassen. Nach erfolgreichen Bemühungen um ein ganz außergewöhnliches Ereignis steht nun fest: Eine JU 52, eines von weltweit noch fünf flugfähigen Exemplaren, stationiert in Dübendorf in der Schweiz, kommt nach Walldürn. Die Zusage liegt bereits vor.

Die JU 52 ist eines der bekanntesten und populärsten Flugzeuge der Luftfahrtgeschichte. Sie war in den dreißiger Jahren der Inbegriff für Zuverlässigkeit und Sicherheit im Lufttransport sowie der Gutmütigkeit in der fliegerischen Handhabung, was ihr den Spitznamen „Tante JU“ eingebracht hat. Sie wurde in größeren Stückzahlen gebaut als jedes andere europäische Transportflugzeug dieser Zeit und dabei weltweit nur von der amerikanischen Douglas DC-3 übertroffen.

Die Entwicklung der JU 52 baute auf einer Reihe von Vorläufern auf, die bis in die Zeit des Ersten Weltkriegs zurück reicht, als Hugo Junkers 1915 das erste Ganzmetallflugzeug der Welt, die J 1 (,‚Blechesel“ ) ‚ konstruierte. Diese Entwicklung war revolutionär für die Technik im Flugzeugbau. Schon 1917 wechselte man vom Eisen- zum viel leichteren Duraluminiumblech, das sich als erheblich stabiler erwies, wenn man es als Wellblech verarbeitete. Damit waren die wichtigsten Prinzipien für die spätere Konstruktion festgelegt.

Die JU 52 wurde erstmals 1930 zunächst in geringen Stückzahlen in einmotoriger Version gebaut und mit vielen aerodynamischen Neuentwicklungen ausgestattet. Ab 1932 wurde die JU 52 in der endgültigen dreimotorigen Version gebaut und bildete in der Folgezeit mit 231 Exemplaren den Kern der Lufthansaflotte. Sie wurde außerdem bei Fluggesellschaften in 25 Ländern auf allen Kontinenten eingesetzt und flog unter anderem Fernverkehrstrecken von Berlin bis Shanghai.

Die JU 52 hat eine Spannweite von 29,20 Metern und trägt neben der Besatzung 17 Passagiere mit Gepäck oder zwei Tonnen Fracht. Insgesamt wurden 5 000 Maschinen gebaut, von denen die meisten dann während des Zweiten Weltkriegs in der deutschen Luftwaffe zum Einsatz kamen. Lizenz-Produktionen wurden unter anderen Bezeichnungen in Frankreich, Spanien und Ungarn gebaut.

Heute sind weltweit nur noch fünf Maschinen des Typs JU 52 flugfähig. Weitere, zum Teil restaurierte Exemplare befinden sich in mehreren Flugzeugmuseen vieler Länder.

Beim Flugplatzfest im kommenden Jahr bietet der Flugsportclub Odenwald Walldürn dieses legendäre Denkmal der Luftfahrtgeschichte seinen Besuchern nicht nur zum Anschauen, sondern tatsächlich zum Mitfliegen. Gegen einen Selbstkostenbeitrag sind ausgedehnte Rundflüge über die Dauer einer dreiviertel Stunde möglich. Eine seltenes Erlebnis, das unvergessliche Eindrücke erwarten lässt. Ein begrenztes Kontingent von je 16 Personen hat sogar die Möglichkeit, den Überflug aus der Schweiz und den Rückflug dorthin mitzuerleben. Für die jeweilige An- bzw. Rückfahrt ist gesorgt.

Zur Reise gehört nicht nur eine Hotel Übernachtung sondern auch ein Besuch des Schweizer Fliegermuseums in Dübendorf.

© Rhein-Neckar-Zeitung   –   21.12.2000

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