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Bäume müssen der Einflugschneise weichen

Spekulationen um Ausbau des Flugplatzes / "Flugsportclub sollte Informationen verstärken"

Höpfingen/Walldürn. Im Distrikt "Disteläcker Wäldchen", in dessen Nähe sich die Aussiedlerhöfe der "Hohlen Eiche" und der "Eckwaldsiedlung" befinden, wird zurzeit kräftig abgeholzt. Dazu brodelt die Gerüchteküche um die Erweiterung des Flugplatzes. Demgegenüber versichert der stellvertretende Vorsitzende des Flugsportclubs Odenwald, Herbert Zemmel: "Der Ausbau des Flugplatzes ist nach meinem Wissen in weite Ferne gerückt, weil die Kosten dafür einfach zu hoch wären." Bei dem Abholzen der Bäume handele es sich lediglich um eine Auflage des Regierungspräsidiums, da sonst die Einflugschneise des Flugplatzes gefährdet sei.

Hintergrund für manche Spekulation ist nicht zuletzt die Tatsache, dass das "Disteläcker Wäldchen" - bis vor ungefähr zwei Jahren noch Grundstück der Gemeinde Höpfingen - an den Vater des Vorsitzenden des Flugsportclubs verkauft wurde.

"Überhaupt keine Rolle" spielt für den Höpfinger Bürgermeister, Ehrenfried Scheuermann, die Tatsache, dass das "Disteläcker Wäldchen" früher Grundstück der Gemeinde war. "Wenn das Grundstück immer noch Eigentum der Gemeinde wäre, müssten wir die Bäume, die den Einflug behindern, auf unsere Kosten abholzen", meint der Bürgermeister im Gespräch mit den FN. Im Übrigen sei gerade in der letzten Sitzung in Höpfingen im Zusammenhang mit der Windkraft deutlich geworden, dass die Startbahn des Flugplatzes nicht verändert werden dürfe. Deshalb könne er die Diskussion nicht verstehen.

Der Leiter des Forstamtes Walldürn, Dr. Bernhard Peichl, kann sich erinnern, dass er "auf dem Behördenweg" vom Verkauf des "Disteläcker Wäldchens" erfahren hat. "In der Regel bittet uns die Gemeinde vor dem Verkauf um fachliche Stellungnahmen", sp Dr. Peichl. Das gegenwärtige Abholzen im "Disteläcker Wäldchen" sei von der forstlichen Seite her abgesegnet, da die Bäume die Einflugschneise behindern. Allerdings werde nicht an eine Waldumwandlung gedacht.

Weder der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Höpfinger Gemeinderat, Michael Kuhn, noch der SPD-Fraktionsvorsitzende Günter Hauk können sich an den Verkauf des Grundstückes erinnern. Allerdings wurde Kuhn auch er schon von betroffenen Anwohnern auf das Thema aufmerksam gemacht worden. Was konkret in Sachen Flugplatz geplant sei, kann Hauk momentan nicht sagen. "Es gibt den Wunsch von Seiten des Flugsportclubs, die Länge der Landebahn zu verdoppeln", weiß Hauk. "Der wunde Punkt an der Geschichte ist, dass der Flugsportclub seine Informationen verstärken müsste", meint er.

"Noch gut erinnern" kann sich der Sprecher der FWV-Fraktion im Höpfinger Gemeinderat, Herbert Frisch, an den Beschluss über den Grundstücksverkauf. Allerdings sei das schon einige Zeit her. Damals sei die Erweiterung der Landebahn noch kein Thema gewesen. "Im Moment ist die Flugplatzerweiterung nicht spruchreif", vermutet Frisch, gibt aber zu, dass er auch gern mehr über das Thema wüsste. Mehr Aufklärung zu betreiben wäre nach seiner Auffassung Sache des Flugsportclubs Odenwald. "Dann würden die Emotionen nicht so hohe Wellen schlagen", ist sich der FWV-Sprecher sicher.

"Da die Bäume beim Anfliegen viel zu hoch sind, müssen wir sie abholzen", informiert der stellvertretende Vorsitzende des Flugsportclubs, Herbert Zemmel. Es sei die Auflage des Regierungspräsidiums. Für Ausgleich wolle man mit einer Christbaumkultur sorgen. "Mit dem Ausbau des Flugplatzes hat das nichts zu tun", versichert Zemmel.

Hintergrund der Diskussion über den Ausbau des Flugplatzes sei die Europäisierung. Danach könne der Flugplatz den Status als Verkehrslandeplatz nur erhalten, wenn er seine Landebahn von gegenwärtig 850 auf 1400 Meter verlängere. Für den Verein selbst sei die Verlängerung der Landebahn nicht wichtig. "Aber der Ausbau ist in weite Ferne gerückt. Die Kosten wären einfach viel zu hoch", meint der Stellvertreter von Kuno Böhrer. "Wir gehen allerdings davon aus, dass wir auch ohne Ausbau mit einer Ausnahmegenehmigung den Verkehrslandestatus behalten können", gibt er sich zuversichtlich.

Ein Gespräch mit Bürgermeister Karl-Heinz Joseph zu diesem Thema werde es Anfang April geben. dani

© Fränkische Nachrichten   –   30.03.2002

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