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Früchte harter Arbeit geerntet

Stephan Zemmel nimmt an Weltmeisterschaft teil

Leistungs-Segelflieger Stephan Zemmel absolvierte ein hartes Trainingsprogramm. Die Früchte der harten Arbeit wird die voraussichtliche Teilnahme an den Junioren Weltmeisterschaften der Clubklasse sein.

Wenn in Deutschland noch Schmuddelwetter herrscht und die Segelflieger noch im Winterschlaf sind, kann im südlichen Ausland bereits geflogen werden. Gerade im Frühjahr werden in St. Auban (Frankreich) besonders gute Wetterbedingung vorgefunden.

Die Piloten der deutschen Nationalmannschaft nutzen diese Bedingungen, um sich schon einmal warm zufliegen, ohne in der Heimat etwas verpassen zu müssen. An diesem Trainingsprogramm nahm Stephan Zemmel auch teil. Er ist seit dem Erfolg in Jena letztes Jahr Mitglied der Nationalmannschaft.

In Frankreich ging es speziell um die Theorie und Praxis im Hochgebirgssegelflug. Die speziellen meteorologischen Bedingungen erlauben Höhenflüge bis 6000 Meter. Bei Temperaturen bis - 20 Celsius müssen sich die Piloten natürlich besonders gut gegen die Kälte schützen. Aber nicht nur die Kälte fordert Extremes von den Piloten, sondern auch der mit der Höhe zunehmende Sauerstoffmangel. Deshalb sind die Segelflugzeuge mit speziellen Sauerstoffanlagen ausgerüstet, die die Piloten ab etwa 3500 Meter benutzen müssen. In den engen Cockpits ist das neben der dicken Kleidung zusätzlich behindernd.

Als spezielles Wettbewerbstraining hat der Juniorsegelflieger an den Deutschen Meisterschaften der Senioren in Oerlinghausen (NRW) teilgenommen. Die extrem regnerische und windige Wetterlage der Tage um Pfingsten hatte die Wettbewerbsleitung nicht daran gehindert, jeden Tag die Piloten auf Strecken bis über 300 Kilometer zu schicken. Auf der längsten Strecke des Wettbewerbes konnte sich Stephan Zemmel an die Spitze des 40 Teilnehmer starken Feldes setzen. Eine beachtliche Leistung für einen gerade 19-Jährigen unter lauter erfahrenen "Alten Hasen".

Damit hat er auf der Meisterschaft nicht nur wertvolle Erfahrungen gesammelt, sondern sich auch für den ersten Nachrückerplatz bei der Junioren Weltmeisterschaft 2003 in Nitra (Slowakei) qualifiziert. Etwa zehn Piloten bilden das Team der Nationalmannschaft einer Wettbewerbsklasse, die drei Besten aus dem Team vertreten Deutschland auf Europa- und Weltmeisterschaften. Vor zwei Jahren hat Stephan seinen ersten Wettbewerb geflogen und ist jetzt das jüngste Mitglied der Nationalmannschaft.

Zur Zeit nimmt er an den Vorweltmeisterschaften in Nitra teil. Hierbei geht es den Piloten darum, sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen und ihren persönlichen Flugstil an Gelände und Wetter anzupassen. Außerdem werden Randbedingungen wie Unterkunft, Verpflegung und so weiter organisiert, denn auf einer hochkarätigen Meisterschaft bleibt dazu keine Zeit.

Diese Vielzahl an Wettbewerben fordert harte Opfer von den Piloten. Stephan hat dieses Jahr bisher nicht nur drei Wettbewerbe geflogen, sondern auch noch das zehntägige Trainingslager in Frankreich bewältigt. Zudem hat er zahlreiche Trainingsstunden vom Flugplatz Walldürn aus fliegend absolviert. Trotz dieser immensen Anstrengungen hat er im Juni die Schule mit einem guten Abitur am Technischen Gymnasium Mosbach beendet. Wenn im August 2002 in Walldürn die Junioren-Landesmeisterschaft stattfindet, wird auch hier Stephan Zemmel zu den Favoriten in der Clubklasse zählen.

© Fränkische Nachrichten – 27.07.2002

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