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Optimaler Start für junge Segelflieger

Gestern Auftakt der Junioren-Landesmeisterschaften in Walldürn bei besten Bedingungen — Viel Arbeit für gastgebenden Club


In Walldürn haben gestern die Segelflug-Landesmeisterschaften der Junioren begonnen. Bis zum 23. August fliegen die jungen Piloten aus Baden-Württemberg und anderen Bundesländern um Meisterehren und um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft.

Optimales Flugwetter erwischten Starter und Organisatoren zum Auftakt der Segelflug-Landesmeisterschaft der Junioren gestern auf dem Walldürner Flugplatz. Für die Teilnehmer im Alter von 17 und 25 Jahren geht es in den bis zum 23. August laufenden Wettbewerben um Meisterehren und die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften. Nach wolkenverhangenen Vortagen, die keine Wertungsflüge zu gelassen hätten, gab es gestern „genau das richtige Startwetter“, freute sich der Sportleiter Zemmel vom gastgebenden Club, für den die Ausrichtung der Großveranstaltung viel Arbeit bedeutet.

Unter dem Motto „Pro Junior“ findet bis zum 23. August die Landesmeisterschaft der Junioren im Segelflug auf dem Verkehrslandeplatz Walldürn statt, wo gestern Vormittag zum Auftakt eine ganze Armada an Fluggeräten aufgestellt war, die für den ersten Wertungsflug startklar gemacht wurden.

Bereits am Abend zuvor gab es ein Eröffnungs- Briefing, an dem auch der Walldürner Bürgermeister Karl-Heinz Joseph, Schirmherr der Veranstaltung, und Landtagsabgeordneter Gerd Teßmer teilnahmen.

In einem festlich geschmückten Hangar drängten sich Teilnehmer, Helfer, Vereinsmitglieder und Prominenz aus Politik und Segelflugsport sowie natürlich die 50 jungen Piloten und eine Pilotin, um den Auftakt der Meisterschaft zu feiern. Gleich zu Beginn der Veranstaltung gab es zwei Knaller: Tamara Kühner, eine junge begabte Sängerin aus der Region, eroberte mit einem professionellen Auftritt die Herzen der Zuhörer im Fluge, und Fred Gai teilte mit, dass als Preis für den besten Juniorsegelflieger eine Reise nach Australien gestiftet wurde: Dem Junior mit der höchsten Punktzahl winkt die kostenlose Teilnahme am nächsten zweiwöchigen „International Young Teams Challenge“ im Segelflugzentrum Narromine in Australien.

Kuno Böhrer, Vorsitzender des Flugsportclubs Odenwald, brachte in seinem Grußwort die Freude darüber zum Ausdruck, dass die Ausrichtung der Meisterschaft an Walldürn übertragen wurde. Zugleich machte er deutlich, dass das Segelfliegen gerade auch für die junge Generation ein gleichermaßen faszinierendes wie erschwingliches Hobby ist.

Wettbewerbsleiter Wolfgang Lehnert nutzte die Gelegenheit vor allem zu einem Dank an die ehrenamtlichen Helfer.

Landtagsabgeordneter Gerd Teßmer bekannte sich in seiner Ansprache klar zum Luftsport und unterstrich insbesondere auch den Wert der hier geleisteten Jugendarbeit.

Sportleiter Herbert Zemmel griff den zuvor von Tamara gesungenen Text „Set it free“ auf, um die Jugendlichen zu motivieren, ihre Fähigkeiten zu nutzen. Kurt Ehrmann, Vizepräsident des BWLV, überbrachte Grüße des Präsidiums und würdigte das Engagement des Walldürner Flugsportclubs. Namens der Stadt Walldürn hieß Bürgermeister Karl Heinz Josef die Flugsportler und Gäste willkommen.

Nach der stimmungsvollen Auftaktveranstaltung ging es dann gestern erstmals um Punkte. In ganz Deutschland finden sechs Landesmeisterschaften dieser Art statt. Deshalb sind in Walldürn auch Teilnehmer aus anderen Bundesländern im Starterfeld. ln der Standardklasse starteten gestern 27 Teilnehmer. Die Flugzeuge hier haben einen Flügel mit maximal 15 Metern Spannweite, an denen keine Hilfsmittel zugelassen sind, die eine Veränderung des Flächenprofils und damit des Auftriebs gestatten. In der Clubklasse gingen 21 Teilnehmer in die Wettbewerbe. Zur Clubklasse zählen die etwas älteren Flugzeuge die keinen Wasserballast zur Verbesserung ihrer Leistung einsetzen dürfen.

Unter den Startern sind auch zwei Mitglieder des gastgebenden Clubs: Ralf Schleßmann und Stephan Zemmel. Stephan Zemmel konnte sich bei den letztjährigen Deutschen Junioren-Meisterschaften den dritten Platz erkämpfen und belegte bei den Senioren bereits den hervorragenden 16. Platz.

An jedem Wettbewerbstag erhalten die Piloten morgens eine zu fliegende Strecke als Tagesaufgabe. Streckenführung und -länge richten sich nach den meteorologischen Gegebenheiten. Von 8 bis 10 Uhr müssen die Mannschaften die Flugzeuge startklar machen.

Zum Auftakt gestern hatten die Piloten der Clubklasse eine Strecke von rund 280 Kilometern zu bewältigen, in der Standard- klasse waren es etwa 330 Kilometer. Die Streckenführung war weitgehend identisch:

Zunächst ging es in den Raum Eberbach, dann weiter nach Schwäbisch Hall und über den Flugplatz Unterschüpf Richtung Spessart und über Mudau zurück.

Wer die ganze jeweils vorgegebene Strecke schafft, erhält Strecken- und Geschwindigkeitspunkte. Wer unterwegs landen muss, kann lediglich Streckenpunkte verbuchen. Jeder Flug wird mit Hilfe von Satelliten (GPS) und einer Black Box (Logger) aufgezeichnet und von der Jury ausgewertet.

Für den gastgebenden Club bedeuten die Meisterschaften großen organisatorischen Aufwand. Sportleiter und stellvertretender Vorsitzender Zemmel, Wettbewerbsleiter Wolfgang Lehnert und deren Heller, darunter auch die Jugendgruppe, haben alle Hände voll zu tun. Dennoch herrscht beste Stimmung.

Auf dem Walldürner Flugplatz sind, wie immer, gerade auch während der Meisterschaften Zuschauer willkommen.

© Rhein-Neckar-Zeitung   –   15.08.2002

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