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Segler kreisen über der Stadt

Mitglieder des Flugsportclubs Walldürn sind ebenfalls am Start

Walldürn. Unter dem Motto "Pro Junior" findet vom 14. bis 23. August die Landesmeisterschaft der Junioren im Segelflug auf dem Verkehrslandeplatz in Walldürn statt. Veranstalter ist der baden-württembergische Luftfahrtverband. Ausgerichtet und organisiert wird diese große Meisterschaft mit insgesamt 51 Teilnehmern vom Flugsportclub Odenwald Walldürn. Unter den Teilnehmern finden sich auch zwei Mitglieder des Flugsportclubs Walldürn: Ralf Schleßmann und Stephan Zemmel. Stephan Zemmel sicherte sich bereits im vergangenen Jahr bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren den dritten Platz und belegte bei den Senioren einen hervorragenden 16. Platz.

Alle Piloten sind zwischen 17 und 25 Jahren alt. Die Flugzeuge werden ihnen in den meisten Fällen vom Heimatverein oder von Privatleuten zur Verfügung gestellt. Die punkthöchsten Junioren qualifizieren sich für die Deutschen Segelflugmeisterschaften der Junioren 2003.

Die Piloten erhalten morgens an jedem Wettbewerbstag eine zu fliegende Strecke (Tagesaufgabe). Die Streckenführung und die Streckenlänge richtet sich nach den meteorologischen Gegebenheiten. Und mit dem Wetter haben die Segelflieger Glück, man liegt am Rande eines Hochdruckgebiets mit Zentrum über Brüssel. Gut zum Fliegen. Und noch besser ist, dass das Wetter die nächsten Tage halten soll. Schon in den frühen Morgenstunden bespricht die Wettbewerbsleitung mit dem Meteorologen die Wetterbedingungen für den jeweiligen Tag. Von 8 bis 10 Uhr müssen die Mannschaften die Flugzeuge am Start aufbauen und startklar machen. Im so genannten Briefing ab 10.15 Uhr werden dann die Tagesaufgaben besprochen. Unmittelbar nach dem Briefing müssen die Piloten zu ihren Flugzeugen und startbereit sein. Wenn alle Flugzeuge in der Luft sind, wird kurze Zeit danach der Abflug freigegeben und die Piloten beginnen die vorgeschriebene Strecke abzufliegen.

Wer die ganze Strecke schafft, und wieder am Flugplatz in Walldürn landet, erhält Strecken- und Geschwindigkeitspunkte. Jeder Flug wird mit Hilfe von Satelliten (GPS) und einer Black Box (Logger) im Sekundentakt aufgezeichnet und nach der Landung von der Jury genauestens ausgewertet. Am Ende gewinnt, nach komplizierter Berechnung, wer die meisten Punkte erreicht hat.

Eine Segelflugmeisterschaft ist keine klassenlose Gesellschaft. Die große Mehrheit der Segelflugzeuge lässt sich in verschiedene Wettbewerbsklassen unterteilen. Bei den Landesmeisterschaften der Junioren in Walldürn werden zwei Klassen am Start sein: In der "Standardklasse" mit 27 Teilnehmern fliegen Flugzeuge der Standardklasse. Sie haben einen Flügel mit maximal 15 Metern Spannweite, an denen keine Hilfsmittel zugelassen sind, die eine Veränderung des Flächenprofils und damit des Auftriebs während dem Flug gestatten.

Bei einem Leergewicht von durchschnittlich 240 Kilogramm erreichen sie eine beste Gleitzahl von etwa 44. Das bedeutet, dass sie in absolut ruhiger Luft theoretisch aus einem Kilometer Höhe 44 Kilometer weit gleiten können.

Die Flugzeuge der Standardklasse können außerdem zur Erhöhung der Flächenbelastung bis zu 200 Liter Wasserballast in die Flächen füllen. Eben dieser ist vermutlich vor dem Start das am besten gehütete Geheimnis eines jeden Piloten.

Zu der "Clubklasse" (24 Teilnehmer) zählen die etwas älteren Flugzeugkonstruktionen, die keinen Wasserballast zur Verbesserung ihrer Leistung einsetzen dürfen. Die Flugzeuge beider Klassen werden heute in moderner Faserverbundbauweise hergestellt. Das heißt, dass nur Werkstoffe wie Glas- und Kohlefaser sowie Kevlar zur Anwendung kommen.

Beim Flugsportclub Odenwald Walldürn kommen auch die Anfänger auf ihre Kosten. Wer überlegt, sich zu ihnen zu gesellen und sich selbst einmal mit diesem Hobby zu beschäftigen, erhält auf der Homepage www.fsco.de oder während dem Wettbewerb direkt auf dem Flugplatz Informationen. Das Einstiegsalter für den Segelflug liegt bei 14 Jahren.

© Fränkische Nachrichten – 17.08.2002

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