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Von "Kaba-Trinkern" und "Trödler-Fliegern"

Höchstleistung, Zusammenhalt und Spaß sind wichtig

Walldürn. Zwei Klassen, 46 Teilnehmer im Alter zwischen 17 und 25 Jahren, anstrengende Tagesflüge und glänzende Augen wenn es um die persönliche Faszination des Flugsports geht - das alles kann man derzeit auf dem Walldürner Flugplatz erleben, denn dort finden die Segelflug-Landesmeisterschaften der Junioren statt.

Mit liebevollen Kosenamen wie Kaba-Trinker betiteln die Teilnehmer der Clubklasse die Flieger der Standartklasse, und die umgekehrt die Kollegen als "Trödler-Flieger". Das "Warum" wird unterschiedlich definiert. Wettbewerbsteilnehmer der Standartklasse sollen angeblich Kaba trinken und besonders auf ihre gesunde Ernährung achten, während die von der Clubklasse gerne mal abends zum Ausklang ein Bierchen trinken und allgemein etwas langsamere Flugzeuge haben sollen. Jedoch, ganz ernst nehmen sollte man die Spitznamen nicht, denn für alle gilt: Spaß, Gemeinschaft bei abendlichen Partys und Erfolg stehen auf gleicher Ebene.

Viele Hoffnungen in regionaler Hinsicht, liegen bei Stephan Zemmel und Ralf Schleßmann, Mitglieder des Walldürner Flugsportclubs Odenwald. Zemmel hat sich bereits aufgrund anderer Wettbewerbe für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften qualifiziert, während Schleßmann auf gutem Kurs in Richtung einer Qualifikation unter die besten Zehn bleibt.

Beide haben schon sehr früh mit dem Flugsport angefangen. Stephan Zemmel begann bereits mit 13 Jahren und Ralf Schleßmann mit 16. Ralf Schleßmann steht im Moment auf Platz zehn, jedoch haben sich drei Teilnehmer vor ihm bereits für die Meisterschaften qualifiziert und wird deshalb für den siebten Platz gezählt. Somit stehen die Chancen für eine Teilnahme bei den Deutschen Meisterschaften für ihn recht gut. Chancen, so sagt er selber, hat er sich anfangs keine ausgerechnet, denn die Teilnehmer stellen eine harte Konkurrenz dar. Doch mittlerweile werden die Hoffnungen doch größer und kämpfen wollen beide bis zum letzten Wettbewerbstag.

Einige Leser werden sich wohl fragen: "Wie fühlt man sich denn so während einem Segelflug?" oder "An was denken denn die Piloten, bei den Wettkampfflügen?" beziehungsweise "Wie bereiten sich die Wettbewerbsteilnehmer auf ihren Flug vor?" Die beiden Piloten beantworteten den FN in einem Gespräch einige Fragen. Während der Wettkampfflüge bleibt für die Aussicht und den genussvollen, entspannten Blick auf die Landschaft keine Zeit. Hochspannung pur und viel Konzentration braucht es um bei Meisterschaften wirklich erfolgreich zu sein. In vielen Flugstunden sammelten beide Piloten schon einige Erfahrung. Es braucht einiges an Wissen über die geographische Lage sowie die thermischen Aufwinde, um diese gekonnt ausnutzen zu können.

Angst ist mittlerweile für beide kein Thema mehr. Bei einem kurzem Gespräch, vor dem Start zum Tagesflug, war von Aufregung keine Spur zu spüren, eher überwog die Gelassenheit und Sachlichkeit wenn es darum geht die Flugstrecke noch zu überprüfen, beide plauderten ruhig über ihr Pilotendasein während den Tagen der Meisterschaft.

Auf eine Einladung des Wettbewerbsleiters Wolfgang Lehnart hin, bekam ich als Flugunerprobte und waschechter Angsthase, die Möglichkeit selbst auszutesten, welche Wirkung "Flugzeuge im Bauch" als Live-Erlebnis haben.

Die Segelflugzeuge werden mit Hilfe eines Motor-Flugzeuges an den Himmel gezogen. Wenn dann erst das "Abschleppseil" fällt und das Motorgeräusch erlischt bemerkt man die Stille, die beim lautlosen Dahinschweben eintritt. Wo kann man denn sonst noch die dritte Dimension spüren und den Raum erleben als in der Luft?

Allerdings sollte man als nichterprobter Flieger zuvor darauf achten, was und wieviel man isst. Laut Ralf Schleßman und Stephan Zemmel sind Fitness und eine richtige Ernährung besonders wichtig. Von einem halben Liter Apfelsaftschorle sowie einem Käse-Majonäsebrötchen kann ich - nun aus Erfahrung - abraten, Brot und Wasser genügen auch. sa

© Fränkische Nachrichten – 22.08.2002

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