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Piloten auf Rekordstrecke

Zwei Titel des Vergleichsfliegens blieben in Walldürn

Walldürn. Rekordverdächtig hat das 40. Hohenloher Vergleichsfliegen am vergangenen Wochenende in Walldürn geendet. Bei gutem Wetter hatten die Piloten der Leistungsklasse am Sonntag die beachtliche Strecke von 375 Kilometern abzufliegen.

Schon an den ersten vier Wettbewerbstagen während dem Fronleichnam- Wochenende bewältigten die Teilnehmer Rekordflugstrecken von bis zu 500 Kilometern. An insgesamt fünf Wettbewerbstagen schwebten die Piloten "über den Wolken".

Ausrichter und Organisator dieser Meisterschaft mit insgesamt 47 Teilnehmern war der Flugsportclub Odenwald Walldürn. Unter den Teilnehmern fanden sich auch elf Mitglieder des Veranstalters.

Der Ablauf eines Segelflugwettbewerbs: Die Piloten erhalten morgens an jedem Wettbewerbstag eine zu fliegende Strecke (Tagesaufgabe). Die Streckenführung und die Streckenlänge richtet sich nach den meteorologischen Gegebenheiten. Schon in den frühen Morgenstunden bespricht die Wettbewerbsleitung mit dem Meteorologen die Wetterbedingungen für den jeweiligen Tag. Von 8 bis 10 Uhr müssen die Mannschaften die Flugzeuge am Start aufbauen und startklar machen.

Im so genannten Briefing um 10 Uhr werden dann die Tagesaufgaben besprochen. Unmittelbar nach dem Briefing müssen die Piloten zu ihren Flugzeugen gehen und etwa eine Stunde später startbereit sein. Mit Motorflugzeugen werden die Segelflieger dann auf eine Höhe von 600 Metern geschleppt. Wenn alle Flugzeuge in der Luft sind, wird kurze Zeit danach der Abflug freigegeben und die Piloten beginnen die vorgeschriebene Strecke möglichst schnell abzufliegen.

Wer die ganze Strecke schafft, und wieder am Flugplatz in Walldürn landet, erhält Strecken- und Geschwindigkeitspunkte. Nur Streckenpunkte werden dem verrechnet, der unterwegs auf einem Acker landen muss. Jeder Flug wird mit Hilfe von Satelliten (GPS) und einer Black Box (Logger) im Sekundentakt aufgezeichnet und nach der Landung von der Jury ausgewertet. Am Ende gewinnt, wer die meisten Punkte erreicht hat.

Die große Mehrheit der Segelflugzeuge lässt sich in verschiedene Wettbewerbsklassen unterteilen. Beim Hohenloher Vergleichsfliegen waren drei Klassen am Start: Bei einem Leergewicht von durchschnittlich 240 kg erreichen die Flieger der 1. Leistungsklasse (16 Teilnehmer) eine beste Gleitzahl von bis zu 44. Das bedeutet, dass sie in absolut ruhiger Luft theoretisch aus einem Kilometer Höhe 44 Kilometer weit gleiten können.

Zu Beginn des Wettbewerbs hatten die Bewerber in der Leistungsklasse die Aufgabe, ein Dreieck von 512 Kilometern abzufliegen. Als Wendepunkte waren Meiningen und Tirschenreuth vorgegeben. Nur wenige Piloten konnten das Wetter optimal ausnutzen und bewältigten diese physisch und psychisch anstrengende Aufgabe. Sie kehrten nach über sechs Stunden Flugzeit nach Walldürn zurück. Die anderen Piloten landeten auf Wiesen und Äckern.

Zur Clubklasse (24 Teilnehmern) zählen die etwas älteren Flugzeugkonstruktionen mit einer maximalen Gleitzahl von 38. In den Segelflugzeugen der Doppelsitzerklasse (zehn Teilnehmer) können zwei Personen gemeinsam fliegen. Sie sitzen dabei hintereinander. Mit Doppelsitzern findet der Segelflug-Unterricht statt. Auf Grund dessen nahm auch ein Walldürner Fluglehrer mit seinen Flugschülern am Wettbewerb teil. An einem Tag konnte diese Crew als einzige mit dem Schulungsdoppelsitzer die vorgegebene Strecke von 335 Kilometern bewältigen, und errang damit souverän den Tagessieg.

Zum Gesamtsieg hat es den Flugschülern leider nicht gereicht. Diesen holten sich aber Walldürns "alte Hasen". Die Wertung nach sechs erfolgreichen Wettbewerbstagen:

Clubklasse: 1. Rainer Reubelt (AC Langenselbold), 2. Dieter Mugele (FSG Öhringen).

Leistungsklasse: 1. Manfred Ohr (FSG Kochertal) 2. Uwe Schleßmann (FSC Odenwald).

Doppelsitzerklasse: 1. Arnold Horn (FSC Odenwald) 2. Jürgen Heuberger (FSR Kraichgau).

Die Gewinner müssen allerdings lange auf die heiß begehrten Pokale warten. Die Siegerehrung findet erst am 15. November im Rahmen eines großen Fliegerballs in der Nibelungenhalle statt.

© Fränkische Nachrichten – 02.07.2003

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