titel

voriger Artikel  |  zurück zum Archiv  |  nächster Artikel

Bericht zum letzten Thermikflug am 5. November 2004

Es war eigentlich eine ganz spontane Aktion an diesem kalten aber schönen Tag im November Fliegen zu gehen. Aber es gab natürlich auch einen Grund dies zu tun, ich hatte nämlich am Tag zuvor den Eintrag für die Eigenstartberechtigung für Segelflugzeuge erhalten und war so in der Lage ohne viel Aufwand meinen persönlich letzen thermischen Flug zu machen. Also schnell auf den Flugplatz gefahren Die ASH 26 aus dem Hangar geholt, Öl kontrolliert und los konnte es gehen. Wie immer dabei meine Kamera, die die Erlebnisse dieses schönen Fluges festhalten sollte. Nach dem Startlauf orientierte ich mich an einer Wolkenstraße die über Höpfingen in südöstlicher Richtung stand und fuhr darunter den Motor ein. Von nun an ging’s thermisch weiter. 1,2 m integriert hatte ich beim ersten Bart des Tages. An der Basis in 750-800m angekommen glitt ich nun unter diesen Wolkenstraßen entlang.

  

Nach einer Stunde thermischem Fliegen und betrachten der bekannten Landschaft reichte die Kraft der Sonne nicht mehr aus um einigermaßen gute Aufwinde zu produzieren. Ich entschloss mich also den Motor auszufahren und das Jahr genauso zu beenden wie es angefangen hatte. Mit einem Flug über die Wolken. Im Frühjahr hatte ich mit Florian im Duo Discus und mit Wolfgang als Schlepppilot und Sebastian als Photograph schon einen eindrucksvollen Flug über den Wolken erlebt. Also warum nicht, wenn man einen Motor hat, das gleiche noch einmal machen. Also fuhr ich den Motor und stieg mit dieser Hilfe auf ungefähr 1700m.

  

Als ich dann nach unzähligen Fotos und vielen unvergesslichen Eindrücken schon wieder auf fast 1200m unten war, war ich total überrascht als plötzlich mein Variometer ein Steigen von 1-2 m anzeigte. Mein Unternehmungsgeist steckte mich noch einmal an und ich stellte die ASH in den Wind. Mit Thermikstellung machte ich sie ganz langsam sodass meine Geschwindigkeit über Grund nur noch ungefähr 15-20 km/h betrug. Ich hatte ungefähr 60-70 km/h Gegenwind und war irgendwie in eine Art Welle geraten die sich zwischen dem Flugplatz Unterschüpf und Königheim befand. Ich konnte in dieser Welle dann noch mal einige 100m steigen und den Flug weiter verlängern. Als ich später versuchte sie noch einmal auszufliegen konnte ich sie an der alten Stelle nicht wieder ausmachen.

Nach diesem noch nie erlebten Ereignis machte ich noch ein bischen Konturenflug an den Wolken und betrachtete die unter mir liegende Landschaft um mit diesen Eindrücken den Winter ohne Fliegen zu überstehen. Es war spät geworden und die Sonne stand schon sehr tief. Noch schell einige Bilder gemacht und dann zur Landung angesetzt. Nachdem das Flugzeug verstaut war genoss ich einen warmen Kaffee im Fliegerstübchen und wärmte mich nach dem Flug in eisigen Höhen wieder auf. Daraufhin ging ich zufrieden und glücklich nach Hause in der Hoffnung dass der Frühling bald wieder kommt.

Markus Wagner

© - Flugsportclub Odenwald e.V. Walldürn  • letztes update  25.03.2006 •  Impressum • Disclaimer • Sitemap

website durchsuchen
FSCO NEWS feed