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18.06.2007

Spannende Rennen über dem Walldürner Himmel

Das Hohenloher Vergleichsfliegen endet auf dem Walldürner Flugplatz

Walldürn. Nach fünf von sechs möglichen Wertungstagen endete das diesjährige Hohenloher Vergleichsfliegen auf dem Walldürner Flugplatz. An den vergangenen beiden Wochenenden stellten sich 36 Piloten in drei Wettbewerbsklassen den anspruchsvollen Streckenflugaufgaben und konnten dabei bis zu 400 km im lautlosen Flug zurücklegen. Die Organisation des Wettbewerbs lag dabei in den Händen des  Flugsportclubs Walldürn.

Der Ablauf eines Segelflugwettbewerbs: Die Piloten erhalten morgens an jedem Wettbewerbstag eine zu fliegende Strecke (Tagesaufgabe). Die Streckenführung und die Streckenlänge richtet sich nach den meteorologischen Gegebenheiten. Schon in den frühen Morgenstunden bespricht die Wettbewerbsleitung mit dem Meteorologen die Wetterbedingungen für den jeweiligen Tag. Von 8 bis 10 Uhr müssen die Mannschaften die Flugzeuge am Start aufbauen und startklar machen.
Im so genannten Briefing um 10 Uhr werden dann die Tagesaufgaben besprochen. Unmittelbar nach dem Briefing müssen die Piloten zu ihren Flugzeugen gehen und etwa eine Stunde später startbereit sein. Mit Motorflugzeugen werden die Segelflieger dann auf eine Höhe von 600 Metern geschleppt. Wenn alle Flugzeuge in der Luft sind, wird kurze Zeit danach der Abflug freigegeben und die Piloten beginnen die vorgeschriebene Strecke möglichst schnell abzufliegen.
Wer die ganze Strecke schafft, und wieder am Flugplatz in Walldürn landet, erhält Strecken- und Geschwindigkeitspunkte. Nur Streckenpunkte werden dem verrechnet, der unterwegs auf einem Acker landen muss. Jeder Flug wird mit Hilfe von Satelliten (GPS) und einer Black Box (Logger) im Sekundentakt aufgezeichnet und nach der Landung von der Jury ausgewertet. Am Ende gewinnt, wer die meisten Punkte erreicht hat.
Die große Mehrheit der Segelflugzeuge lässt sich in verschiedene Wettbewerbsklassen unterteilen. Beim Hohenloher Vergleichsfliegen waren drei Klassen am Start: Bei einem Leergewicht von durchschnittlich 240 kg erreichen die Flieger der 1. Leistungsklasse (17 Teilnehmer) eine beste Gleitzahl von bis zu 44. Das bedeutet, dass sie in absolut ruhiger Luft theoretisch aus einem Kilometer Höhe 44 Kilometer weit gleiten können.
Zur Clubklasse 10 Teilnehmern) zählen die etwas älteren Flugzeugkonstruktionen mit einer maximalen Gleitzahl von 38. In den Segelflugzeugen der Doppelsitzerklasse (7 Teilnehmer) können zwei Personen gemeinsam fliegen. Sie sitzen dabei hintereinander. Mit Doppelsitzern findet der Segelflug-Unterricht statt und somit gilt diese Klasse als „Einsteigerklasse“ für Teams mit Flugschülern und ihren Lehrern.
Gleich am ersten Tag war gutes Streckenflugwetter vorhergesagt und dementsprechend groß wurden die gestellten Tagesaufgaben. 385 km für die Leistungsklasse, 306 km für die Clubklasse und 238 km für die Doppelsitzer wurden vom Wettbewerbsteam um Florian Erbacher und Wolfgang Lehnert ausgeschrieben. Die Strecken führten hierbei bis nach Bad Brückenau an die Rhön, danach nach Rothenburg ob der Tauber, anschließend nach Eberbach und wieder zurück nach Walldürn. Doch der starke Wind machte den meisten zu schaffen sodass nur wenige Segelflieger wieder in Walldürn landeten. In der Leistungsklasse konnte Lokalmatador Markus Wagner die Strecke mit 83,6km/h am schnellsten absolvieren. In der Clubklasse siegte Rolf Mugele aus Öhringen, der es als einziger seiner Klasse wieder nach Walldürn schaffte. In der Doppelsitzerklasse gewann Hans Roth von der Flugsportgruppe Kochertal.
Der zweite Wertungstag brachte unveränderte Bedingungen sodass ähnlich große Strecken ausgeschrieben wurden. Den Tagessieg über 300km in der Leistungsklasse holte sich mit einem Schnitt von 94,4 km/h Michael Scheu aus Öhringen. Die 219 km in der Clubklasse konnte Dieter Koch mit 70,8 km/h am schnellsten umrunden und bei den Doppelsitzern siegte das Studententeam der Akademischen Fliegergruppe Stuttgart, die mit einem selbst gebauten Flugzeug zum Wettbewerb anreisten. An diesem Tag konnten die Außenlandungen minimiert werden und viele gestartete Flieger landeten wieder in Walldürn.
Der dritte Tag sollte zum spannendsten Wettbewerbsflug werden. Auf Grund der gewittrigen Luftmasse und sich schon früh bildenden Wolken war die Wettersituation an diesem Tag unklar. So bildete sich zu Beginn der Startphase ein Gewitter über dem Odenwald, dass es den Segelfliegern schwer machte Höhe zu gewinnen und die zu fliegenden Aufgaben zu absolvieren. So musste zuerst ein langer Gleitflug in Kauf genommen werden um Anschluss an die nächste Thermik zu bekommen. Das Wendegebiet Meiningen, am Thüringer Wald gelegen empfing die Piloten dann mit sehr guten Streckenflugbedingungen, sodass man schnell vorankam. Doch das Gewitter über dem Odenwald hatte sich ausgebreitet und versperrte einen sicheren Heimweg nach Walldürn, sodass alle Maschinen auf Flugplätzen in der näheren Umgebung von Walldürn landen mussten. Den Sieg in der Leistungsklasse holte sich erneut Michael Scheu mit einer zurückgelegten Strecke von 262km. In der Clubklasse konnte Lutz Strobel vom Flugsportclub Odenwald mit 141km die weiteste Strecke fliegen und in der Doppelsitzerklasse gewann Patrick Felscher aus Gerabronn mit 121km.
Auch der vierte Wertungstag brachte Gewitter mit sich, die es den Segelfliegern manchmal schwer machten Thermik zu finden. Dennoch gab es eine kurze Tagesaufgabe mit Streckenlängen um die 200km, die in der näheren Umgebung vom Flugplatz zu fliegen war. Dabei konnten spannende und spektakuläre Endanflüge auf dem Walldürner Flugplatz beobachtet werden. Die Nase in der Leistungsklasse hatte der Dauersieger Michael Scheu aus Öhringen mit einem Schnitt von 107 km/h vorne. In der Clubklasse siegte Rainer Breuninger von der FSG Kochertal und in der Doppelsitzerklasse konnte Hans Roth seinen zweiten Tagessieg erfliegen.
Das neue Wochenende empfing die Piloten mit einer unklaren Wetterlage. Nach erfolglosem warten auf fliegbares Wetter entschloss man sich den Tag zu neutralisieren und ganz auf den Sonntag zu setzen, der wieder gute Bedingungen bringen sollte.
Am Sonntag wurden wieder Strecken um die 300 km ausgeschrieben und beinahe alle Teilnehmer schafften es pünktlich zur Siegerehrung wieder zurück nach Walldürn. Den Tagessieg in der Leistungsklasse erflog sich Michael Scheu mit einem Schnitt von 85 km/h. in der Clubklasse siegte Rolf Mugele und in der Doppelsitzerklasse konnte erneut Hans Roth das Rennen für sich entscheiden.
Nach fünf Wertungstagen gewann Michael Scheu in der Leistungsklasse den Gesamtsieg, gefolgt von Markus Wagner vom Flugsportclub Odenwald Walldürn. Dritter wurde Gottlob Dietz aus Öhringen. In der Clubklasse gewann Rolf Mugele aus Öhringen von Rainer Breuninger (Kochertal) und Lutz Strobel aus Walldürn. Den Sieg in der Doppelsitzerklasse erflog sich das Team Hans Roth (Kochertal) gefolgt von Otto Böhrer aus Walldürn und Dieter Mugele aus Öhringen.
Nach einem erfolgreichen und spannenden Wettbewerb in Walldürn findet das nächste Hohenloher Vergleichsfliegen im nächsten Jahr in Weipertshofen statt.
Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Wettbewerbs und zu anderen Aktivitäten des Flugsportclub Odenwald Walldürn gibt es im Internet unter www.fsco.de.  

Markus Wagner

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