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10.04.2008

Flugsportclub ehrt Otto Böhrer für sein Lebenswerk

4.350 Segelflugstunden, 560 Motorflugstunden, zahlreiche Starts und Landungen und noch weit mehr Arbeitsstunden auf dem Flugplatz Walldürn: Das sind die nackten Zahlen hinter dem langen und erfüllten Fliegerleben von Otto Böhrer. Für seine Verdienste und sein Lebenswerk wurde der leidenschaftliche Sportpilot nun vom Flugsportclub Odenwald Walldürn geehrt.

Bereits 1940, im Alter von 15 Jahren kam Otto Böhrer zum ersten Mal mit dem Fliegen in Kontakt. Er wurde Mitglied im Hardheimer Fliegerclub, wo er am Hardheimer Hang auf einem Zögling und einer SG 38 die A- und B-Prüfung ablegte. Die C-Prüfung musste wegen der geringen Höhe des Hanges in Wertheim abgelegt werden.
Zur gleichen Zeit baute er in Handarbeit mit seinem Freund Erwin Schell einen Lilienthal Hanggleiter. 1943 beendete der Krieg kurzzeitig seine fliegerische Karriere. Otto Böhrer trat freiwillig in die Luftwaffe ein, bei der er nach der Grundausbildung die fliegertechnische Schule in Faßberg besuchte. Die Ende 1944 begonnene Pilotenausbildung in der Fliegerschule Wels konnte durch das nahende Kriegsende nicht abgeschlossen werden.
Sechs Jahre nach dem Krieg, 1951, nahm Otto Böhrer die fliegerischen Aktivitäten im Aeroclub Hardheim wieder auf. Dort beteiligte er sich am Bau einer SG 38, die aber auf Grund der Auflösung des Vereins 1953 nicht fertiggestellt wurde. Danach widmete er sich dem Modellflug und dem Bau von  Fesselflug- und Freiflugmodellen. Beim Modellfliegen auf dem Truppenübungsplatz in Walldürn kam er in Kontakt mit dem Flugsportclub Odenwald, der dort einen Flugplatz unterhielt. Der Start mit einer Rhönlerche 1958 markierte den Beginn der nun beinahe fünfzig Jahre andauernden Vereinszugehörigkeit. Es folgten 1961 der Segelflug-, 1964 der Motorsegler und 1985 der Motorflugschein mit CVFR und Nachtflugberechtigung.
Seine größte fliegerische Leidenschaft gilt allerdings dem Segelfliegen. Jede sich ihm bietende Möglichkeit zu fliegen nutzte Otto Böhrer in den vergangenen Jahren mit seinem eigenstartfähigen Doppelsitzer aus. Und auch der segelfliegerische Nachwuchs des Vereins profitiert von seinem enormem Wissen und fliegerischen Können – Mitflieger waren dem erfahrenen Piloten stets willkommen. In der DMSt und beim Onlinecontest war Otto Böhrer in den vergangenen Jahren immer auf den vorderen Plätzen zu finden und auch bei den regionalen Wettbewerben zeigte er der Konkurrenz, dass man als Senior noch lange nicht zum alten Eisen gehören muss.
Die Entwicklung des Flugsportclubs Odenwald hat Otto Böhrer maßgeblich geprägt. Er war von 1984 bis 1990 zweiter Vorsitzender des Flugsportclubs und hat in dieser Funktion, aber auch in den Jahrzehnten zuvor, viele Projekte angestoßen. Der Bau des Flugplatzes Walldürn und die spätere Befestigung der Landebahn tragen seine Handschrift. Aber nicht nur bei der Organisation, sondern auch bei der Durchführung von Maßnahmen war er immer zur Stelle – viele Arbeiten wären ohne seine tatkräftige Unterstützung sicher nicht so professionell über die Bühne gegangen.
Für seine großen Verdienste um den Flugsport und seine beachtliche Aufbauarbeit des Vereins wurde Otto Böhrer 2005 anlässlich seines achtzigsten Geburtstags vom Vizepräsidenten des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbandes, Kurt Ehmann, die goldene Ehrennadel, die höchste Auszeichnung des BWLV, verliehen. Im April 2008 nun dankte der Flugsportclub Odenwald Walldürn Otto Böhrer für sein ehrenamtliches Engagement und ehrte ihn für sein Lebenswerk.

© Markus Wagner

© - Flugsportclub Odenwald e.V. Walldürn  • letztes update  16.04.2008 •  Impressum • Disclaimer • Sitemap

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